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Willkommen in den Weberhäusern

Die Weberhäuser sind die ältesten Häuser der Stadt Plauen und haben als solche ein authentisches Alleinstellungsmerkmal.

Mühlgraben Um das Besondere der Häuser, deren ältestes Dokument aus dem Jahre 1524 stammt, zu verstehen, muss man über 100 Jahre in der geschichtlichen Entwicklung zurückgehen. Plauen wurde durch die Spitzenindustrie im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einer sehr reichen Stadt. Die Einwohnerzahl stieg von ca. 34.000 auf 128 000 an. Unzählige Landarbeiter drängten in die Stadt. Vor allem junge Mädchen aus Bayern und Franken fanden in der Stickereiindustrie Arbeit. Die Stadt entwickelte sich in kaum 20 Jahren zu einer Großstadt und wurde neu konzipiert. Die bis dahin bestehenden Häuser aus dem Mittelalter, die entlang der Stadtmauer gebaut waren, wurden abgerissen und dafür wurde das Neue Rathaus, die Sparkasse und die Feuerwache erbaut, um den Reichtum der Stadt auch nach außen sichtbar zu machen.

Auch die Weberhäuser waren in diesen Zeitläufen immer wieder vom Abriss bedroht, haben aber alle Zeiten und Epochen , wenn auch schwer beschädigt, überstanden.

Ende 1999, zehn Jahre nach der Wende, wurden die Häuser Kunsthandwerkerinnen angeboten, die sich mit viel Engagement an die Wiederbelebung der Häuser machten. Innerhalb eines Jahres wurden die Häuser mit Phantasie und Improvisitation. wieder nutzbar gemacht. Am 28.8.2002 war die Eröffnung der Häuser. Mit großer Begeisterung wurden die wieder belebten Häuser von der Plauener Bevölkerung angenommen. Vor allem alte Plauener, die die Zerstörung ihrer Stadt miterlebten, unterstützten das Vorhaben mit Geld und Sachspenden. Dies hat sich bis heute erhalten.

Gerade die Rückbesinnung auf vergangene Lebensweise wird hier gesucht und gefunden. Nicht die perfekte Sanierung wird erwartet, sondern jeder Besucher findet hier ein Stück seiner Wurzeln. Zu Beginn unserer Arbeit hatten wir von der historischen Bedeutung der Häuser kein Wissen. Im Laufe der Arbeit wurde im Stadtarchiv recherchiert und all unser Wissen über die Häuser wird bei Führungen an Schüler und Besucher weitergegeben. Vier Häuser mit fünf Werkstätten und einem Museumshaus wurden eingerichtet. Jedes Haus hat einen eigenen Namen und beherbergt ein eigenständiges Handwerk.

Anhand der Häuser kann man bei Führungen auch eine Zeitreise der Menschheitsentwicklung vornehmen, man erlebt authentisch, wie es sich anfühlt ohne elektrisches Licht zu leben, was ein Wohnstallhaus ist und viele Dinge mehr.

Die Häuserzeile am Mühlgraben liegt geschützt hinter einem großen Hang, der im Mittelalter terrassenförmig angelegt wurde, um auf den Terrassenstufen Tuche zum Trocknen und Appretieren auf großen Rahmen auszulegen. Deshalb trägt dieses Wohnquartier bis heute den Namen „Rähme“ oder Rähmvorstadt.

In anderen Gegenden wird die intensive Sonneneinstrahlung der Hanglage für den Weinanbau, in Plauen wurde es von den Tuchmachern für ihr Handwerk genutzt. Die vorindustrielle Entwicklung der Stadt Plauen hat am Mühlgraben ihren Ursprung. Hier, vor den Mauern der Stadt, wurde das Handwerk angesiedelt, das im Mittelalter als unrein galt. Speziell am Mühlgraben waren es die Tuchmacher, Gerber und Färber und noch heute kann man anhand der Straßennamen nachvollziehen, welche Gewerke angesiedelt waren. Die Färbergasse, die Gerberstraße oder auch die Bleistraße finden sich noch heuet am Mühlgraben.

Die Weberhäuser im Mittelalter

Mit Stadtgründung herrschte Graf Everstein über Plauen. Auf dem Gelände des heutigen Malzhauses war seine Burg erbaut. Er besaß das Mühlenrecht. Mit dem Mühlenrecht konnte er Mühlen erbauen und verpachten und sorgte somit für die Ernährung, Versorgung seiner Bevölkerung. Um die Mühlen mit Wasserkraft zu betreiben, ließ Graf Everstein den Mühlgraben anlegen, der als künstlicher Kanal unmittelbar vor der Stadtmauer entlang fliest. Der Mühlgraben führt Elsterwasser und ist ungefähr 1, 8 km lang. Das Wasser fliest am Wehr an der e.o. Plauen Schule ein und mündet wieder in die Elster am Standort des heutigen Autohauses Liebhaber.

Am Mühlgraben standen 3 Mühlen. Die Obere Stadtmühle war eine Kornmühle, die wieder aufgebaut wurde und auch heute noch in Betrieb ist. (Allerdings malt sie kein Korn mehr, sondern erzeugt mit Wasserkraft Strom.)Erst mit den Mühlen konnte sich urbanes leben entwickeln. Die erste Mühle, die obere Stadtmühle ist eine der ältesten Mühlen Deutschlands, da sie mit Stadtgründung 1123 erwähnt wird.

Am anderen Ufer der Weberhäuser befand sich eine Walkmühle und unterhalb der Johanniskirche war eine weitere Kornmühle, die den Namen Kreuzermühle trug. Diese Mühle wurde von den Mönchen des deutschen Kreuzritterordens betrieben. Sie nannte sich Kreuzermühle, weil der Name vom Kreuzritterorden abgeleitet wurde. Die Mönche des Ordens betrieben diese Mühle.

Historisch von besonderer Bedeutung für die Weberhäuser ist vor allem die Walkmühle, die von der Tuchmachergilde betrieben wurde. Die Tuchmacher waren eine starke Handwerkergilde, die das gesamte Vogtland in Lohn und Brot hielten, indem sie von den armen Waldbauern, die vorwiegend von der Köhlerei und dem Pechsieden lebten, Schafwolle abkauften, so dass diese ein zusätzliches Einkommen hatten. Diese Wolle wurde mit Wasser und einem Hammerwerk direkt am Mühlgraben zu textilen Flächen verarbeitet. Die Stadt Plauen verlieh an die Tuchmacher große Holzrahmen. Darauf wurden die Tuche zum trocknen oder appretieren aufgespannt.

Noch heute trägt der Südhang unterhalb des Malzhauses den Namen “Rähme“ oder „Rähmvorstadt“. Die Tuche mussten natürlich auch gefärbt werden. Deshalb siedelten sich auch die Gilde der Färber und die Lohmüller oder Gerber am Mühlgraben an. Alle benötigten für ihr Handwerk das Wasser.

Zusammenfassend kann man sagen, dass alle vorindustrielle Entwicklung der Stadt Plauen am Mühlgraben ihren Ursprung hat. Mit der beginnenden Technischen Revolution im 18. Jahrhundert, erlebten diese alten Handwerksgilden ihren Niedergang. Mit der Erfindung der Dampfmaschine, musste nicht mehr auf natürliche Antriebskräfte wie Wind und Wasser zurückgegriffen werden. Die Walkmühle wurde später noch als Papiermühle betrieben.

Über den Tuchhandel und die Schleiermacherei, entwickelte sich die Spitzenindustrie, die Plauen weltberühmt machte.



Opener 1

Die Weberhäuser Plauen werden unterstützt:

Stadt Plauen Zwickau-Plauen

Vogtlandkreis Jößnitz

Aktion Mensch Euregio Egrensis sw

M&S Umwelttechnik

Arbeitsagentur sw Stadtwerke Plauen sw

Westsächsische Gesellschaft für Stadterneuerung WGSWestsächsische Gesellschaft für Stadterneuerung WGS Ziel 3/Cíl 3-Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit  sw

Europäischen Union sw

Künste öffnen Welten Bürgerstiftung Plauen

Und von vielen weiteren Sponsoren sowie ehrenamtlichen Helfern. Ihnen allen gilt unser Dank.

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Höhepunkte 2016:

Programm 2017

Unseren aktuellen Programm-Flyer mit allen Veranstaltungen und Informationen für das Jahr 2017 können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen.

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Öffnungszeiten:

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Di.09-13 Uhr16-19 Uhr
Mi.09-13 Uhr14-19 Uhr
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Fr.09-13 Uhr
Sa.10-15 Uhr


(Samstags nur von April bis September geöffnet, oder nach Vereinbarung )

Tipp: Besuchen Sie auch unsere kleine Galerie im Töpferhaus und die Werkstätten im Filzhaus und im Nadelöhr. Sie sind innerhalb der Kurszeiten geöffnet und bieten individuelle Geschenke.

Kontakt:

Unikat e.V.
Bleichstraße 9-15
08523 Plauen

Tel.: 03741 / 41 52 84 6
Mail: info@weberhäuser.de

Der Weg zu uns:

Sie finden uns in der Altstadt von Plauen am Mühlgraben und unterhalb des Malzhauses. Parken können Sie auf der Bleich- und Färberstraße.

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